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Sitzen mal anders

„Egal, ob man auf dem Sofa isst, arbeitet, fernsieht oder sich unterhält – man sitzt bequem, nicht angespannt und mit geschlossenen Beinen“, erklärt Jürgen Laub. Gemeinsam mit Markus Jehs bildet er das Stuttgarter Designerduo Jehs+Laub, das mit seinen Entwürfen die Einladung, wie man die Couch benützen soll, schon mitliefert. „Das Sofa ist ein privater Rückzugsort geworden, da lümmelt man, Kinder dürfen darauf herumsteigen, man macht es sich gemütlich.“ Das Sitzen verändert sich Das bequeme Sitzen scheint im Orient erfunden worden zu sein, auch die Wurzeln des Wortes „Sofa“ finden sich weit, weit östlich der europäischen Sitzkultur. Es bedeutet „Ruhebank“. Die weichen Sitzflächen und Kissen sind eine persische Erfindung. Und für viele Nomadenvölker ist das bodennahe Sitzen auf Pölstern und Teppichen ganz selbstverständlich. Bequemlichkeit ist ein Kriterium, aber auch der praktische Gedanke, wenn man die „Möbel“ einpackt und weiterzieht. „Sitzen ist so alt wie der Mensch überhaupt, das macht es so interessant. Sitzmöbel können heute gar nicht so revolutionär sein wie noch vielleicht vor 1000 Jahren – es ist ein relativ konservativer Bereich“, meint Laub. Aber trotzdem verändert sich die Art, wie man sitzt und sitzen will. Im Laufe eines Tages fließen die verschiedenen Sitzzustände ineinander. „Wir sitzen eigentlich permanent und überall, in der Arbeit, in der Freizeit und auch wenn wir unterwegs sind. Das erfordert spezifische Designlösungen für jede Art des Sitzens. Das Design muss auf die technischen und soziokulturellen Veränderungen reagieren – wenn es das tut, kann es die Sitzkultur mitprägen“, meint Designtheoretiker Volker Albus. Die verschiedenen Situationen des Alltags generieren unterschiedliche Kriterienkataloge des Sitzens. Gearbeitet wird nicht mehr nur am Schreibtisch, sondern an einem mobilen Gerät wie Laptop, Tablet oder Smartphone. „Das verändert unsere Erwartungen an die Konstruktionen, also die Hilfsmittel, die uns eine möglichst komfortable Körperpositionierung ermöglichen. Das muss nicht unbedingt ein Stuhl sein – in der Google-Dependance in Zürich gibt es etwa Hängematten und Sitzkissen für die Mitarbeiter“, erzählt Albus. Das Sitzen bestimmt nicht nur die Haltung Sondern auch, wie lange der Mensch sitzt, wo er sitzt. Doch die Möbel sollten in erster Linie an die Bedürfnisse ihrer Benutzer in der jeweiligen ­Situation angepasst sein. „Wir verändern nicht die Welt, sondern wir erfühlen, was die Menschen wollen und versuchen, das ­zurückzugeben“, so Jehs. Die Entwurfsideen des Duos entstehen – wie auch bei „Jalis“ – oft durch das Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen. „Man kann zwei Dinge machen: zum einen andere Kulturen beobachten und herausnehmen, was einen interessiert und es zu einem Produkt weiterentwickeln. Zum anderen ensteht automatisch etwas Neues, wenn zwei unterschiedliche Kulturen zusammenkommen. Arbeiten wir als Deutsche etwa mit Skandinaviern oder Amerikanern zusammen – da entsteht etwas“, meint Laub. In Amerika müsse ein Sofa sehr breit und weich sein, in Skandinavien seien Material und Handwerk besonders wichtig. Manche Entwürfe, wie etwa das Sofa, das vom Arbeiten bis zum Entspannen alles zulässt, setzten sich aber über alle Kulturen hinweg und durch.


Der Beitrag: Sitzen mal anders wurde am Dienstag, 01. April 2014 veröffentlicht und unter Sitzen abgelegt.


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